Webdesign-Schriften: Schöne, lesbare Schriftarten für deine Website auswählen

21. Juli 2025

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Welche Schrift du wählst, macht einen grossen Unterschied auf deiner Website. Es geht darum, wie deine Seite wirkt, wie gut sie sich lesen lässt und wie sie Teil deiner Markenidentität wird.

Schriften unterstreichen, was du sagen willst – leise, aber spürbar.
Wenn sie zu dir passen, stärken sie deine Botschaft.

In diesem Artikel erfährst du, worauf es bei Webdesign-Schriften ankommt: Wie du die passende Schrift für deine Lieblingskunden findest und welche Begriffe du kennen solltest, um sicher zu entscheiden.

Schrift-Psychologie im Webdesign

Schriften sind mehr als aneinandergereihte Buchstaben. Sie wirken – oft unbewusst, aber spürbar. Wie Kleidung für deine Worte beeinflussen sie, wie deine Website gelesen und wahrgenommen wird.

Stell dir vor, du erscheinst in Jogginghosen auf einem eleganten Fest. Du fällst auf – aber nicht im guten Sinn. So fühlt es sich an, wenn die Schrift auf deiner Website nicht zum Anlass – oder zu deiner Zielgruppe – passt.

Denn auch eine Schrift hat Charakter. Manche wirken freundlich und einladend, andere streng oder kühl. Es gibt verspielte, sachliche, dynamische, nostalgische oder auch pompöse Schriften.
Einige schreien fast nach Aufmerksamkeit, andere flüstern leise im Hintergrund.

Sehr schön siehst du das auf dem Bild mit den unterschiedlichen Schriften.

Unterschiedliche Schriftfamilien die zeigen welche unterschiedlichen Gefühle mit verschiedenen Schriften verbunden werden.

Welche Schrift zieht dich an? Welche fühlt sich übertrieben oder zu laut an? Vielleicht fällt dir sogar eine ein, die dich an eine bestimmte Branche oder Stimmung erinnert?

Solche Unterschiede wirken – auch wenn man sie nicht immer bewusst wahrnimmt.

Darum ist die wichtigste Frage: Für wen machst du deine Website?
Wer sind deine Lieblingskunden – und was spricht sie an?

Wenn du das klar beantworten kannst, fällt die Wahl der passenden Schrift leichter. Denn dann geht es nicht mehr um Geschmack, sondern um Wirkung – und um das, was deine Website ausstrahlen soll.

Wie finde ich eine schöne Schrift für meine Website?

Schriften können noch so schön aussehen – wenn man sie nicht gut lesen kann, wird es schnell mühsam.

Vielleicht ist dir das auch schon mal passiert: Du liest etwas auf einer Website – und musst zweimal hinschauen. War das jetzt ein kleines l oder eine 1?
Solche Stolperfallen machen das Lesen anstrengend – und lenken vom Inhalt ab. Gerade wenn du Vertrauen aufbauen oder komplexe Inhalte vermitteln willst, sollte deine Schrift klar, eindeutig und gut lesbar sein.

Achte deshalb immer darauf, dass Buchstaben wie I, l, 1 oder 0 und O klar voneinander zu unterscheiden sind – auch auf kleineren Bildschirmen oder bei eingeschränkter Sehkraft.
Viele weitere Tipps, wie du deinen Website-Besucherinnen das Lesen erleichterst, findest du im Artikel über barrierefreie Schriften.

Damit du ein Gefühl bekommst, wie so eine Schriftwahl in der Praxis aussehen kann, habe ich dir drei Beispiele zusammengestellt.

1. Für die Coach für Stressmanagement: Ruhe, Klarheit und Expertise

Die Website einer Coach für Stressmanagement sollte Vertrauen, Ruhe und Kompetenz ausstrahlen.

Sie soll klar informieren, ohne zu überfordern. Deine Schriften müssen genau das spiegeln: eine freundliche, ruhige Wirkung – bei gleichzeitig maximaler Lesbarkeit.

Für Überschriften: Signika

Diese moderne Sans-Serif-Schrift wurde speziell für Bildschirme entwickelt. Sie wirkt klar, professionell und gleichzeitig offen – perfekt, um deine Botschaft mit Struktur und Sanftheit zu transportieren.

Für Fliesstext: Lexend

Lexend wurde entwickelt, um die Lesegeschwindigkeit zu verbessern. Sie bleibt dezent im Hintergrund, unterstützt längere Texte und sorgt dafür, dass Inhalte mühelos aufgenommen werden.

Zeichencheck:

Beide Schriften bieten eine sehr gute Differenzierung – auch bei kritischen Zeichen wie l, I, 1 oder O und 0. So bleibt deine Botschaft klar und lesefreundlich.

2. Für die Fastentherapeutin: Ruhig und Achtsam

Fasten ist ein sensibler Prozess – deine Website sollte zeigen, dass du deine Kundinnen freundlich und verständnisvoll begleitest.

Auch deine Schriften sollen genau das ausstrahlen.

Für Überschriften: Nunito Sans
Die abgerundeten Buchstabenformen von Nunito wirken einladend und weich. Freundlich, aber nicht verspielt – ideal für eine professionelle, sanfte Ausstrahlung mit Herz.

Für Fliesstext: Atkinson Hyperlegible
Diese Schrift wurde mit Fokus auf Barrierefreiheit entwickelt. Ihre Klarheit hilft nicht nur Menschen mit Sehschwäche – sie sorgt bei allen für müheloses Lesen.

Zeichencheck:
Atkinson ist ein Paradebeispiel für gute Zeichenunterscheidung.

Für die Sattlerin: Traditionelles Handwerk zeitgemäss umgesetzt

Als Sattlerin verbindest du ein traditionelles Handwerk mit aktuellem Wissen über die Biomechanik von Pferden und Reitern.

Deine Website darf genau das zeigen – mit starker Typografie, die zugleich klar und gut lesbar bleibt.

Für Überschriften: Alfa Slab One
Diese kräftige Slab-Serif bringt Substanz in deine Headlines. Sie hat einen traditionellen Charakter – ohne altmodisch zu wirken.

Für Fliesstext: Fira Sans
Neutral, gut lesbar, auf allen Geräten klar: Fira Sans ergänzt Alfa Slab One perfekt. Sie stützt deine Inhalte, ohne abzulenken.

Zeichencheck:
Beide Schriften sind hervorragend unterscheidbar. Besonders in Kombination bleiben deine Texte präzise und angenehm zu lesen.

Dein nächster Schritt:
Geh zu Google Fonts und probiere die Kombinationen selbst aus. Achte dabei auf die Lesbarkeit in verschiedenen Grössen und auf unterschiedlichen Geräten. Spiele mit den Schriftschnitten (Light, Regular, Bold), um Hierarchie zu erzeugen – aber übertreibe es nicht. Weniger ist oft mehr. Wie du Google Fonts sicher nutzt erfährst du in diesem Artikel.

Mit der passenden Schrift gibst du deiner Website nicht nur ein stimmiges Gesicht, sondern stärkst auch das Vertrauen deiner Kundinnen. So kommt deine Botschaft klar, verständlich und mit Wirkung an. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Typografie verstehen – wichtige Begriffe einfach erklärt

Damit du Schriften nicht nur nach Gefühl auswählst, sondern auch gezielter vergleichen kannst, lohnt sich ein Blick auf ein paar Grundbegriffe. Keine Sorge, du musst keine Typografie-Expertin werden – es reicht, wenn du weisst, worauf es ankommt:

Das Wichtigste rund um Schriften für deine Website

Damit du die passende Schrift für deine Website findest, die zu deinen Wunschkunden passt, brauchst du ein Basiswissen.

Keine Angst, das ist nicht viel und danach kannst du bei allem rund um Schriften mitreden.

1. Serifen / Sans Serif

Serife Schrift

Wie du auf dem Bild siehst, gibt es bei den Serifen immer so kleine waagrechte Striche  an den Buchstaben. Diese Schriften werden vor allem in Zeitungen und Zeitschriften eingesetzt, da diese kleinen Striche dem Auge beim Lesen helfen in der Zeile zu bleiben.

Times New Roman eine Serifen-Schrift, mit kleinen "Ecken".

Eine sehr bekannte Schriftart mit Serifen ist die «Times New Roman».

Serife Schrift sollte auf der Website nie zu klein dargestellt werden. Sonst können die Serifen ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und machen die Schrift schwer lesbar.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich diese Schriften als Überschriften zu nutzen.

Sans Serife Schrift

Der Name sagt eigentlich schon alles. Diese Schriften haben keine kleinen waagrechten Striche.  Als sie erfunden wurden, waren sie neu und für viele war der Anblick grotesk. Deshalb wird sie manchmal auch heute noch als «Grotesk-Schrift» bezeichnet.

Verdana - Sans-Serif Schrift

Arial, die du sicher kennst, ist eine Vertreterin für serifenlose Schriften.

Sie gelten als modern und sind ideal für den PC, da sie auch in kleinen Schriftgrössen gut lesbar sind.

Deshalb werden sie meistens für den Fliesstext genutzt und oft auch für Überschriften.

2. Schriftfamilie

Eine Schriftfamilie besteht aus dünnen, dicken und kursiven Varianten derselben Schrift.

Muli - Eine Schriftfamilie
Muli - Eine Schriftfamilie dickere Schriften

3. Schriftschnitt

Die verschiedenen Varianten einer Schriftfamilie werden Schriftschnitte genannt.

Schriftschnitte - Die Mitglieder der Schriftfamilie

4. Schriftstärke

Wie „dick“ sind die Linien eines Buchstabens oder einer Zahl? Ist die Strichstärke gleichmässig oder unterschiedlich?

Ungleichmässige Schriftstärke

5. Laufweite

Wie „dick“ sind die Linien eines Buchstabens oder einer Zahl? Ist die Strichstärke gleichmässig oder unterschiedlich?

Laufweite - Abstand der Buchstaben

6. Mittellänge

Nicht bei allen Buchstaben ist die waagerechte Linie in der Mitte. Manchmal ist die Mittellänge, wie sie genannt wird, auch sehr tief oder hoch angesetzt.

Mittellänge

7. Zeilenhöhe

Die richtige Zeilenhöhe macht Texte auf deiner Website leichter lesbar. Ist sie zu klein, wirken Absätze gequetscht – ist sie zu gross, verlieren die Augen den Halt. Eine stimmige Zeilenhöhe sorgt dafür, dass Besucherinnen entspannt weiterlesen.

Die richtige Zeilenhöhe hilft den Text gut lesbar zu machen

Die Lesbarkeit der Schrift auf verschiedenen Bildschirmgrössen

Das A und O bei der Wahl der Schrift ist die Lesbarkeit. Diese wird von verschiedenen Faktoren geprägt.

  • Grösse der Schrift – Je nach Schriftart ist sie nur gross gut lesbar.
  • Kontrast der Schrift zum Hintergrund.
  • Abstände zwischen den Buchstaben (Laufweite) und den Wörtern.
  • Abstände zwischen den Zeilen (Zeilenhöhe).

Verschiedene Schriftfamilien auf einer Website

Im Prinzip reicht eine Schrift aus, um eine Website zu gestalten. Wenn sie genügend Schriftschnitte hat, kann das attraktiv wirken. Sehr harmonisch und doch mit genügend Spannung.

Häufig kommen zwei Schriften zum Einsatz. Eine für den Fliesstext und eine für die Überschriften.

Manchmal wird für besondere Elemente noch eine dritte Schrift eingesetzt. Das ist meistens eine Handschrift, die sehr auffällig ist. Diese darf jedoch nur sehr sparsam eingesetzt werden.

Als Faustregel gilt: Nicht mehr als zwei Schriften auswählen.

Die Auswahl der Schriften für deine Website

Du weisst jetzt, dass Schriften mehr sind als aneinandergereihte Buchstaben. Sie wirken auf unser Unterbewusstsein.

Schriften sind ein wenig wie Kleider für deine Worte.

Stell dir vor, du kommst in ausgebeulten Jogginghosen zu einem eleganten Geburtstagsfest. Das ist nicht passend und du wirst unangenehm auffallen.

So ist es auch, wenn du die falsche Schrift für deine Website auswählst.  

FAQ – Häufige Fragen zu Schriften im Webdesign

Welche Schrift wirkt professionell?

Wenn sie gut lesbar ist und zu deinem Business passt. Klare Linien, ausgewogene Proportionen und ein ruhiger Gesamteindruck sorgen für Vertrauen – egal ob modern, elegant oder bodenständig. Entscheidend ist, dass die Schrift zu deinen Lieblingskunden und deiner Positionierung passt.

Wie viele Schriften soll ich auf meiner Website nutzen?

Zwei gut kombinierte Schriften reichen völlig aus – eine für die Überschriften, eine für den Fliesstext. Mehr braucht es nicht. Du kannst innerhalb dieser Schriften mit verschiedenen Schriftschnitten (z. B. fett oder kursiv) arbeiten, um Struktur zu schaffen.
Allenfalls kannst du für Akzente noch eine Handschrift hinzufügen.

Gibt es Schriften, die ideal für Websites sind?

Ja, viele! Google Fonts bietet eine grosse Auswahl an Webfonts, die speziell für die Darstellung am Bildschirm entwickelt wurden.

Wichtig ist: Die Schrift sollte auf allen Geräten gut lesbar sein, klare Unterschiede zwischen ähnlichen Zeichen bieten und optisch zu deinem Angebot passen. Eine Auswahl findest du im Artikel weiter oben.

Wie kann ich herausfinden, welche Schrift auf einer Website verwendet wird?

Dafür gibt es einfache Tools – du brauchst keine Technikkenntnisse. Im Artikel über Schriftarten erkennen zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du eine Schrift im Browser identifizieren kannst.

Welche Schriftarten sollte man vermeiden?

Vermeide Schriften, die verschnörkelt oder schwer lesbar sind – vor allem in Fliesstexten. Auch extrem schmale oder sehr verspielte Schriften können schwer zu lesen sein.

1, 2, 3 – Website-Erfolg

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Was denkst du? Ich freu mich auf deinen Kommentar. Vielen Dank für deine Unterstützung. 😘

Claudia Barfuss

Seit über 24 Jahren begleite ich als Designerin mit Herz und einem Blick für kreative Lösungen Frauen dabei, ihre Website so zu gestalten, dass sie sich rundum stimmig anfühlt.

In meinen Blogartikeln teile ich erprobte Tipps aus meinem Arbeitsalltag – für alle, die ihre Website klar, strukturiert und mit einer persönlichen Note gestalten möchten.

Porträtfoto von Claudia Barfuss, Webdesignerin für selbstständige Frauen sitzend, mit einem silbernen Tablet in der Hand

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