Blogthemen finden: eine Anleitung für Selbstständige

21. August 2026

Illustration: Eine Frau im roten Pullover sitzt auf einem Stuhl mit einem Block und einem Stift. Über ihrem Kopf sind Glühbirnen. Manche leuchten, manche nicht. Der Hintergrund zeigt zarte Aquarellfarben in Rosa und Orange.

«Ich weiss überhaupt nicht, worüber ich schreiben soll.»

Das höre ich tatsächlich öfters in Kundengesprächen. Nämlich dann, wenn es darum geht, einen Blog ins Leben zu rufen oder einen Newsletter zu verschicken.

Kürzlich war das bei einer Kundin der Fall, die neu einen Newsletter verschicken möchte.

Vier Themen in einem einzigen Newsletter

Kurz danach hat sie mir ihren Newsletter geschickt und um Feedback gebeten. Ich habe ihn gelesen und gemerkt, wie viele Themen da drinstecken. Das hätte locker für vier Newsletter gereicht.

Und genau das ist der Punkt. Denn einerseits ist die Gefahr gross, dass deine Leser nicht folgen können, wenn so viele verschiedene Themen in einem Newsletter oder in einem Blogartikel stecken. Andererseits vergibt man sich damit sehr viele Themen.

Aufgrund meines Feedbacks hat sie ihren Text nochmals gelesen und gesehen, was wirklich da drinsteckt.

Sie hat eines der Themen rausgepflückt und nur darüber geschrieben. Er kam so gut an, dass ihr verschiedene Leser zurückgemailt haben.

Ausserdem weiss sie jetzt, dass sie genügend Ideen für neue Newsletter hat.

Was für die Newsletter gilt, gilt auch für Blogartikel.

Und das ist auch der Grund, wieso du bei mir keine Themenliste bekommst, sondern Tipps, wie du eigene Artikelideen finden kannst.

Warum keine Blogartikel-Liste?

Weil sie dir nicht wirklich weiterhelfen. Es sind allgemeine Themen oder solche, die nicht zu dir und deinen Lieblingskunden passen.

Ich spreche aus Erfahrung. Ich habe einige dieser Listen heruntergeladen.

Geholfen haben sie mir eigentlich nicht. Manchmal haben sie mich inspiriert, und ich bin von selbst auf ein Thema gekommen, das zu mir und meinen Kundinnen passt.

Damit du verstehst, was ich meine, möchte ich dir einmal zeigen, wie viele Themen in einem einzigen Blogartikel stecken können.

Wie viele Themen in einem einzigen Blogartikel stecken

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über meinen eigenen Website-Relaunch geschrieben. Eigentlich wollte ich nur erzählen, was ich diesmal anders gemacht habe.

Wenn ich ihn heute lese, sehe ich darin drei Themen, über die ich noch gar nicht geschrieben habe.

Der Thrive-Fehlschluss. Ich rate meinen Kundinnen, ihre Blogartikel direkt im WordPress-Editor zu schreiben. Selbst habe ich sie aus Bequemlichkeit mit einem Pagebuilder gemacht und durfte das beim Relaunch ausbaden. Darüber könnte ich einen ganzen Artikel schreiben.

Wie ich 143 Blogartikel gesichtet habe. Im Relaunch-Artikel stehen dazu drei Sätze: Aufrufe, Backlinks, Aktualität. Wie ich dabei genau vorgegangen bin und warum am Ende 40 Artikel gehen mussten, wäre ein eigenes Thema.

«Eigentlich wollte ich nur die Technik neu machen.» Diesen Satz habe ich im Artikel zweimal geschrieben, und beide Male kam es anders. Warum ein Relaunch nie bei der Technik bleibt, ist auch ein Artikel für sich.

Dabei habe ich beim Schreiben gar nicht überlegt, worüber ich schreibe. Ich habe einfach erzählt, was ich erlebt habe.

So entstehen Themen. Nicht am Schreibtisch, wenn du dich hinsetzt und überlegst, worüber du schreiben könntest, sondern mitten in deiner Arbeit.

Ich empfehle dir: Notiere dir die Themen.

So kommst du an deine eigenen Themen

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich weiss noch gut, wie es mir ergangen ist, als ich mir überlegt habe, über was ich in meinem ersten Blogartikel schreiben soll. Es gibt aber ein paar einfache Möglichkeiten, attraktive Themen zu finden.

Welche Fragen hörst du von deinen Kunden immer wieder?

Wenn dir verschiedene Kunden die gleiche Frage stellen, ist das ein gutes Indiz, dass es sich lohnt darüber zu schreiben.

Sicher kannst du aus dem Stegreif etliche solcher Fragen aufschreiben.

Für die Zukunft lohnt es sich, wenn du dir eine Datei anlegst, in der du dir diese Fragen notierst.

Nimm einen Text, den du schon geschrieben hast

Genau das, was ich dir eben an meinem Relaunch-Artikel gezeigt habe, kannst du mit deinem eigenen Material machen. Nimm dir einen deiner Newsletter, einen älteren Blogartikel oder auch einen längeren Social-Media-Beitrag und markier jede Stelle, an der du etwas nur angetippt hast. Jeder Nebensatz, bei dem du dachtest «das würde jetzt zu weit führen», ist ein eigenes Thema.

Frag die Menschen, für die du schreibst

Wenn du einen Newsletter verschickst, kannst du deine Abonnenten fragen, welche Themen ihnen gerade unter den Nägeln brennen. Dasselbe geht auf LinkedIn oder Instagram.

Du wirst sehen, es kommen sehr spannende Fragen. Oft werden Fragen dabei sein, an die du nie gedacht hättest. Denn als Profi sehen wir oft die Probleme, vor denen unsere Kunden stehen, nicht mehr.

Für wen schreibst du?

Weisst du genau, wer dein Lieblingskunde ist? Mit wem du am liebsten zusammenarbeiten möchtest?

Wenn nicht, solltest du dir darüber auf jeden Fall Gedanken machen. Denn wenn du das weisst, wird es dir sehr viel einfacher fallen, spannende Themen zu finden.

Nehmen wir an, du bist Hundetrainerin. Natürlich können alle Hundehalter sich bei dir melden, aber besonders gern arbeitest du mit Hunden aus dem Tierschutz.

Dann kannst du deinen Blog ganz gezielt auf Menschen ausrichten, die einen Hund aus dem Tierschutz aufgenommen haben.

Du wirst sehen, wenn du genau weisst für wen du schreibst, findest du viel leichter Themen.

Wenn ich meinen Kunden diesen Tipp gebe, fragen sie jeweils, ob sie damit nicht andere potenzielle Kunden vergraulen.

Sicher, damit sortierst du ein paar potenzielle Kunden aus. Aber von deinen Tipps profitieren auch «normale» Hundehalter.

Du erreichst damit allerdings, dass sich deine Lieblingskunden besonders angesprochen fühlen.

Schreib über einen Teilbereich eines Themas

Dein Blogartikel ist für die Leser dann interessant, wenn du ihnen ihre Frage beantwortest. Häufig bleiben Blogartikel aber sehr an der Oberfläche und wer ihn gelesen hat, ist danach so klug wie zuvor.

Deshalb ist es wichtig, dass du dich auf einen ganz kleinen Aspekt eines Themas konzentrierst.

Gitte Härter nennt das Plankton. Wenn du dir Plankton für deinen Artikel aussuchst, dann kannst du dafür in die Tiefe gehen. Wirklichen Mehrwert für deine Leser erstellen.

Damit das nicht so theoretisch bleibt, zeige ich dir das am Beispiel von oben.

Die Hundetrainerin könnte über Hunde aus dem Auslandtierschutz schreiben. Das wäre schon etwas spezifischer, aber immer noch ein riesiges Thema.

Sie kann sich auch das Thema «Mein Hund stiehlt» heraussuchen. Das ist schon kleiner, aber immer noch gross.

Das Thema lässt sich gut noch weiter herunterbrechen. Ein gutes Thema für den Blogartikel wäre «Mein Hund stiehlt immer, wenn er allein ist» oder «Mein Hund plündert den Abfallsack».

Du siehst, obwohl beides in den gleichen Bereich gehört, werden die Artikel doch sehr unterschiedlich.

So nützt der Blogartikel deinen Lesern viel mehr, denn du kannst in die Tiefe gehen. Ein schöner Nebeneffekt: Du hast viel mehr Themen, über die du schreiben kannst.

Hol dir Ideen aus dem Internet oder von der KI

Eine unerschöpfliche Quelle für Ideen und Inspiration sind Foren und Facebook-Gruppen, in denen es um dein Thema geht. Da werden viele Fragen gestellt und du erfährst, was deine (Wunsch)-Leser beschäftigt.

Eine weitere gute Quelle:

Answer Socrates zeigt dir, was zu einem bestimmten Thema im Netz gefragt wird.

Es lohnt sich auch in spannenden Blogs zum eigenen Thema mitzulesen. Nicht nur in den Artikeln kannst du dir Inspiration holen, sondern auch in den Kommentaren.

Und natürlich kannst du dich auch von der KI deiner Wahl inspirieren lassen. Aber hinterfrage alle Themenvorschläge.

Aber über mein Thema wurde schon so viel geschrieben

Das stimmt. Praktisch über alle Themen, die man sich denken kann, hat schon jemand geschrieben. Aber ist das schlimm?

Ich finde nicht! Denn du bringst deine Sicht der Dinge und deine Art in den Blogartikel ein. Damit wird dein Artikel einzigartig sein.

Dieser Aspekt ist ganz wichtig, damit sich die Leser deines Blogs von dir ein Bild machen können. Denn den Blog schreibst du ja nicht (oder nicht nur) zu deinem Vergnügen, sondern um neue Kunden zu gewinnen.

Themen, über die garantiert noch niemand geschrieben hat

Zusätzlich zu den Fachthemen für den Blog kannst du noch verschiedene Blogartikel schreiben, die garantiert einzigartig sind:

  • Schreib darüber, wie du genau arbeitest. Zeig zum Beispiel, wie bei dir eine Trainingslektion abläuft.
  • Welche Methoden oder welche Werkzeuge nutzt du? Und warum?
  • Lass deine Leser einen Blick hinter die Kulissen werfen. Zeig ihnen zum Beispiel einen normalen Arbeitstag.
  • Schreibe etwas über das Training mit deinem eigenen Hund oder Pferd. Oder was du persönlich rund um dein Thema erlebt hast.
  • Zeig auf, welche Erkenntnisse du bei einer Weiterbildung gewonnen hast.

Ich wünsche dir viel Spass bei der Themensuche und dem Schreiben.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten

Wie oft sollte ich bloggen?

Seltener, als du vermutlich denkst. Wöchentlich zu bloggen war lange die Empfehlung, davon halte ich nichts mehr. Ein durchdachter Artikel im Quartal bringt dir mehr als zwölf hingeworfene. Drei bis vier Artikel im Jahr sind eine gute Untergrenze. Wenn dein letzter Beitrag allerdings von 2023 ist, wirkt deine Website verlassen.

Wie lang soll ein Blogartikel sein?

So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ich weiss, das ist nicht sehr hilfreich und ich würde dir auch gern eine Zahl nennen.

Aber die Länge hängt vom Thema ab. Füll deinen Text nicht auf, nur damit er mehr Wörter hat. Schreib das, was nötig ist, damit jemand dein Thema wirklich versteht.

Als Richtwert: Zwischen 800 und 1500 Wörter sind ein guter Rahmen.

Mein Thema kommt mir so klein vor. Reicht das für einen Artikel?

Klein ist gut. Ein spezifisches Thema kannst du richtig beantworten, ein grosses bleibt an der Oberfläche. «Mein Hund plündert den Abfallsack» ergibt einen besseren Artikel als «Erziehungsprobleme beim Hund». Und du hast nebenbei noch etliche weitere Themen, weil du das grosse Thema aufgeteilt hast.

Kann ich mir die Themen von einer KI vorschlagen lassen?

Kannst du, aber nimm die Vorschläge nicht so, wie sie kommen. Eine KI weiss nicht, mit wem du gern arbeitest und welche Fragen dir deine Kunden stellen. Was dabei herauskommt, ist ähnlich allgemein wie eine heruntergeladene Themenliste. Nützlich wird es, wenn du der KI erzählst, woran du gerade arbeitest und was dir aufgefallen ist.

Was denkst du? Ich freu mich auf deinen Kommentar. Vielen Dank für deine Unterstützung. 😘

Claudia Barfuss

Seit 25 Jahren begleite ich als Designerin mit Herz und einem Blick für kreative Lösungen Frauen dabei, ihre Website so zu gestalten, dass sie sich rundum stimmig anfühlt.

In meinen Blogartikeln teile ich erprobte Tipps aus meinem Arbeitsalltag – für alle, die ihre Website klar und strukturiert aufbauen und dabei einen Auftritt schaffen möchten, der sich wirklich nach ihnen anfühlt.

Porträtfoto von Claudia Barfuss, Webdesignerin für selbstständige Frauen sitzend, mit einem silbernen Tablet in der Hand